Training

Ich trainiere 4 bis 5 Mal in der Woche und maximal eine Stunde pro Trainingseinheit. In der Wettkampfvorbereitung splitte ich das Training, so dass ich Vormittags eine Muskelgruppe und abends eine Muskelgruppe trainiere, wenn es mir arbeitsmäßig möglich ist. Anschließend kommt an das Muskeltraining nach Bedarf noch Cardiotraining hinzu.

Neben konventionellen BB-training arbeite ich auch gerne mit Intensitätstechniken wie Teilwiederholungen, Negativwiederholungen, Supersätze, Isometrischen Übungen und X-raps. Ich betone in meinen Trainingseinheiten die Semistretch-Position im besonderen Maße.

In der Regel trainiere ich mit 1 bis 4 Sätzen und Wiederholungen von 5-25, je nach Trainingstag und Muskelgruppe.
Zum Anfang der Wettkampfsaison trainiere ich mit hohen Wiederholungszahlen und verringere diese zum Wettkampf hin. Außerdem gleiche ich die Wiederholungszahlen den unterschiedlichen Muskelgruppen an. So trainiere ich den Soleus-muskel mit höheren Wiederholungszahlen wie den Gastrocnemieuns.

Ich bin für alle Trainingsmethoden offen und probiere gern auch andere Programme aus, denn nur wer sich für neue Trainingsmethoden öffnet, kann gewinnen, denn es gibt nichts tödlicheres als Monotonie/Stagnation. Oberste Priorität ist Abwechslung, um meinen Muskeln in keine Routine fallen zu lassen.

Training Helge Seliger

Aerobes Training ist eine super Ergänzung, diese Erfahrung habe ich in der Herbstvorbereitung 2005 im Rahmen des Kursprogramms in meinen Trainingsplan mit eingebaut , z. B. Pumpkurs, Gerätezirkelkurs, Spinningkurs und Kickboxen.

Früher, zwischen 20 und 26 Jahren, spielten Verletzungen für mich überhaupt keine Rolle. Im Gegenteil, ich habe Gewichte verwendet, von denen ich heute eigentlich nur noch träume, z. B. Kniebeugen mit 300 kg/6 Wh., Schulter-Nackendrücken 180 kg/10 Wh., Langhantel Bizep-Curls mit 120 kg/8 Wh. oder Langhantel-Bankdrücken 220 kg/12 Wh., ohne auch nur irgendwelche Probleme zu verspüren. Damals, während des Studiums, trainierte ich in Kronach in Oberfranken bei Volker Förtsch. Er war mein damaliges Vorbild und Trainer, da er mit einer Körpergröße von 1,75 m, 130 kg auf die Waage brachte und damals Profi-Bodybuilder war.
Heute sieht das leider ganz anders aus, mit Ende 20 wird zwar die Muskelqualität wesentlich besser, nur die Verletzungsanfälligkeit steigt enorm, so dass ich meine Trainingstaktiken und Gewichte anpasste und änderte.
Ostersonntag 2001, passierte dann der Alptraum eines jeden Kraftsportlers und Bodybuilders, ich zog mir beim Langhantel-Bankdrücken einen Pectoralis-Abriss (Brustmuskel-Abriss) auf der linken Seite zu. Zu der Zeit trainierte ich mit sehr hohen Wiederholungszahlen, 160 kg zu 20 Wh. An diesem Tag war ich sehr übernächtigt, hatte nur 3 Std. Schlaf gehabt und ließ mich zu der Dummheit hinreißen, ein Ostersonntagstraining zu starten. Ohne große Aufwärmung steigerte ich viel zu schnell die Gewichte, somit war der Unfall vorprogrammiert. Ich ließ mich darauf hin von dem besten Sportmediziner, Dr. K. Leonhardt und Physiotherapeuten, F. Ramminger aus meiner Gegend behandeln, die schließlich feststellten, der Abriss muss operiert werden. Die Operation erfolgte in Rosenheim durch den IFBB-Verbandsarzt Dr. M. Ritsch. An dieser Stelle möchte ich mich ebenfalls bei Herrn Dr. M. Ritsch für die super Behandlung bedanken.
Seit meinem Unfall lege ich in meinem Training größten Wert auf Sicherheit. Ich wärme mich immer gründlich mit Cardio und Aufwärmsätzen auf. Außerdem steigere ich meine Gewichte behutsam. Vor dem Training benutze ich eine durchblutungsfördernde Creme um meine Muskulatur beim Training warm zu halten. Nach meinen Cardiotrainingseinheiten dehne ich ausgiebig verkürzte Muskelgruppen. Bei mir sind das unfallbedingt der Pectoralis, der Quadriceps, Triceps surae und der Erector spinae, populärwissenschaftlich auch als Rückenstrecker bekannt. Zur optimalen Funktion und Leistungsfähigkeit meiner Muskulatur, nehme ich regelmäßig physiotherapeutische Maßnahmen in Anspruch wie Massagen, Heiße Rolle und Reizstrom. Außerdem lege ich großen Wert auf körperliche und geistige Entspannung, um meine Regeneration zu optimieren.
So gehe ich regelmäßig in die Sauna und nehme an Entspannungskursen teil.